Über mich
Herzlich Willkommen. Ich bin Katja Reichen, Mediatorin SDM und Juristin
Mein beruflicher Weg begann im Jurastudium und in der Arbeit mit rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen – im Straf-, Miet-, Bau- und Umweltrecht sowie im Gender Law.
In meiner beruflichen Entwicklung habe ich zunehmend erkannt, dass partizipative Prozesse und strategische Konzepte dort an ihre Grenzen kommen, wo Menschen sich nicht sicher, wirksam oder legitimiert fühlen.
Aus dieser Erfahrung heraus habe ich mich der Mediation und der partizipativen Prozessgestaltung zugewandt, zunächst in der Raumplanung, später in Beteiligungsprozessen mit Kindern und Jugendlichen sowie in der Demokratie- und Präventionsarbeit. Ergänzend habe ich mich in Teamdynamik und Veränderungsprozessen weitergebildet und meinen Schwerpunkt von der reinen Prozess- und Strukturarbeit hin zu Empowerment, Selbstbehauptung und traumasensibler Beteiligung weiterentwickelt. Diese Perspektive ermöglicht es mir heute, Strategie-, Beteiligungs- und Raumprozesse so zu begleiten, dass sie auch unter Druck, in Konflikten oder bei Machtungleichgewichten tragfähig bleiben.
Heute arbeite ich an der Schnittstelle von Empowerment, Partizipation und Strategie. Mich interessiert, wie Menschen und Organisationen ihre Anliegen so einbringen können, dass sie gesehen und gehört werden – auch bei ungleichen Voraussetzungen. Ausgehend von Mediation und partizipativer Raumplanung habe ich mich zunehmend auf Selbstbehauptung, Machtasymmetrien und psychologische Voraussetzungen von Beteiligung spezialisiert – insbesondere im Kontext von Kindern, Jugendlichen und vulnerablen Gruppen.
Seit über fünf Jahren unterstütze ich Gemeinden, Organisationen und Privatpersonen in Konflikten und Prozessen mit unterschiedlichen Interessengruppen dabei, sich weiter zu entwickeln. Ich glaube an die Expertise jedes einzelnen Menschen und befähige dazu, diese konstruktiv einzubringen und zu vertreten. Ziel ist es, gemeinsam Lösungen zu (er)finden, welche für alle Beteiligten einen Mehrwert darstellen.
Ich verstehe meine Arbeit als verbindende Funktion zwischen Menschen, Institutionen und Systemen – mit dem Ziel, tragfähige Lösungen zu ermöglichen, ohne Komplexität zu verleugnen.
Selbstermächtigung als Kern. Strategie, Partizipation und Raumentwicklung als Ebenen der Umsetzung. Wir alle sind es wert, gehört zu werden.
Wie ich arbeite
Ich unterstütze Menschen und Organisationen dabei,
Aussagen zu klären,
die zugrunde liegenden Bedürfnisse sichtbar zu machen,
und Ausdrucksformen zu finden, die beim Gegenüber ankommen können und
handlungsfähig zu bleiben
Dabei arbeite ich systemisch sowie ressourcen- und lösungsorientiert, ohne Konflikte zu beschönigen. Ziel ist nicht Harmonie, sondern Wirksamkeit: Lösungen, die für die Beteiligten stimmig und tragfähig sind.
Meine Arbeit ist geprägt von der Überzeugung, dass Verstehen kein Zufall ist, sondern eine aktive, strukturierte Tätigkeit. Menschen sprechen auf unterschiedliche Weise – verbal, nonverbal, bildlich oder emotional. Ob ihr Anliegen gehört wird, hängt jedoch stark von Kontext, Machtverhältnissen und Rollen ab.
Ein roter Faden meiner Arbeit ist die Frage, wie Menschen sich selbst behaupten können, ohne Beziehungen zu zerstören – und wie sie sich schützen können, ohne zu eskalieren. Empowerment, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung verstehe ich dabei als miteinander verbundene Kompetenzen, die es ermöglichen, auch in schwierigen Situationen handlungsfähig zu bleiben.
Ein zentraler Teil meiner Arbeit ist deshalb Selbstbehauptung:
die Fähigkeit, eigene Grenzen, Bedürfnisse und Anliegen klar auszudrücken und zu vertreten, ohne andere abzuwerten oder sich selbst zu verlieren.
In bestimmten Kontexten – etwa bei Gewalt, Grenzverletzungen oder stark asymmetrischen Situationen – gehört dazu auch Selbstverteidigung. Dabei geht es nicht nur um körperliche Auseinandersetzung, sondern auch um Schutz, Klarheit und das Wiedererlangen von Handlungsspielraum auf sprachlicher, emotionaler und struktureller Ebene.
Ich bin nicht therapeutisch tätig.
Grundsätzlich arbeite ich unter Einbezug der relevanten Akteure und Betroffenen. Ich passe mein Vorgehen massgeschneidert auf die jeweiligen Beteiligten an und nutze Methoden aus unterschiedlichen Bereichen.
Ich arbeite häufig mit folgenden fünf chronologischen Prozessschritte aus der Mediation:
Kennenlernen, Regeln und Entscheid für die weitere Zusammenarbeit
Themensammlung - worum geht es?
Bedürfnisse und Interessen klären
Kreative Ideensammlung und Optionen
Verhandeln der Ideen und Priorisierung
Vereinbarung treffen
Abschluss feiern
Ich lege grossen Wert auf Ergebnisoffenheit, Freiwilligkeit und Vertraulichkeit und arbeite ausschliesslich mit dem, was für die Beteiligten wirklich wichtig ist und verstehe meine Arbeit als verbindende Funktion zwischen Menschen, Institutionen und Systemen – mit dem Ziel, tragfähige Lösungen zu ermöglichen, ohne Komplexität zu verleugnen.
Warum sisu?
In meiner beruflichen Entwicklung habe ich mich konsequent mit der Frage beschäftigt, unter welchen Bedingungen Menschen auch unter Druck handlungsfähig bleiben. Ausgehend von Mediation und partizipativer Prozessgestaltung habe ich zunehmend erkannt, dass formale Strukturen nur dann tragen, wenn Menschen sich innerlich legitimiert, sicher und selbstwirksam erleben.
Diese Haltung lässt sich gut mit dem finnischen Begriff SISU beschreiben: eine ruhige, nicht heroische Form von Standhaftigkeit, die es ermöglicht, auch in belastenden oder konflikthaften Situationen verantwortlich zu handeln. Auf dieser Basis verbinde ich heute Empowerment, Selbstbehauptung und traumasensible Perspektiven mit klarer Prozess-, Kommunikations- und Strategiearbeit, um Beteiligung dort wirksam zu machen, wo Macht, Konflikt oder Verletzlichkeit sie sonst verhindern.
Sisu gehört zu meiner finnischen Identität wie die Sauna und meine Schäreninsel. Sisu bezeichnet zentrale und wichtige mentale Kraftorte in mir, auf die ich mich in guten und in schlechten Zeiten immer verlassen kann.
Sisu lässt mich Ziele beharrlich und mit Geduld verfolgen, Herausforderungen kreativ und Unvorhergesehenem flexibel begegnen. Diese innere Stärke und Liebe, der Optimismus und die Stressresistenz sind es, die mich auszeichnen.
Sisu ist mein Zen, Sauna meine Meditation und meine Schäreninsel bzw. die Natur mein Tempel.
Was ist Ihr Sisu?
Aus- und Weiterbildungen
Mediatorin SDM
Toxische Konflikte auflösen (Istituto Marco Ronzani, Mai 2023)
Systemische Strukturaufstellungen und systemisches Denken (Istituto Marco Ronzani Februar – Mai 2023)
CAS + Mediation und Konfliktmanagement im Arbeits-, Wirtschafts-, Bau-, Planungs- und Umweltbereich (Universität Freiburg CH) 2017 - 2021
CAS Projektmanagement für PlanerInnen (HSR) 2017 - 2018
CAS Raumplanung (HSR) 2018
DAS Organisationsdynamische Prozessbegleitung (FHNW) 2014 - 2016, bestehend aus CAS Teamdynamik unter Change (FHNW) und CAS Change in Organisationen (FHNW) sowie Leiten und Beraten von Gruppen (DGGO / Deutsche Gesellschaft für Gruppendynamik)
Lizentiat der Rechtswissenschaft (Universität Basel) 2003
Ich arbeite in folgenden Kontexten
Gemeinden & Verwaltung
Empowerment und Selbstbehauptung in Beteiligungs- und Klärungsprozessen
Mediation bei Konflikten und Spannungen
Begleitung von Prozessen mit unterschiedlichen Interessen und Machtpositionen
Schulen & Bildungsinstitutionen
Empowerment und Selbstbehauptung für Kinder, Jugendliche und Fachpersonen
Präventionsarbeit, Umgang mit Konflikten und Grenzverletzungen
Stärkung von Ausdrucksfähigkeit und Verständigung im Schulalltag
Gewaltprävention, Opferhilfe, KESB
Empowerment und Selbstverteidigung im weiteren Sinn
Unterstützung bei Grenzverletzungen, Gewalt- und Eskalationsdynamiken
Schulungen, Prozessbegleitung und Mediation in hochsensiblen Kontexten
Mediation & Konfliktbearbeitung
Mediation in komplexen, oft asymmetrischen Konflikten
Klärung von Anliegen, Bedürfnissen und Verantwortlichkeiten
Stärkung von Selbstbehauptung als Grundlage tragfähiger Lösungen
Areal-Stadt- und Quartierentwicklung
Konzeption partizipativer Prozesse
Stakeholderprozesse
Dialogprozesse
Partizipation
Intermediär / Schnittstelle zwischen Gemeinde, Investoren und Bevölkerung
Sanieren im Bestand